dWing — die Welt ist nicht gerecht

sign in

Spielen unter Linux

Ich habe mir vor drei Wochen das Humble Indie Bundle gekauft. Ich finde die Idee toll und alle Spiele funktionieren auch unter Linux. Nachdem ich nun drei der Spiele ausprobiert habe sind mir einige Sachen zum Thema Spielen unter Linux aufgefallen. An sich funktionierte bis auf eine Kleinigkeit das ganze super.

Was gleich zu Anfang auffällt ist die Installation. Jedes Spiel ist dort anders. Entweder es wird ein Paket für den Paketmanager bereitgestellt, oder aber ein eigener Installer, oder ein einfaches Archiv zum selbst entpacken. Die Deinstallation ist im ersten sowie im letzten Fall einfach. Das Spiel mithilfe des Paketmanagers löschen oder einfach den aus dem Archiv entpackten Ordner. Beim zweiten Fall ist es komplexer. Das Spiel wird in einen Ordner installiert den man löschen muss, allerdings weiß ich nicht wo die Verknüpfung im Startmenü liegt. Zu diesem Thema braucht es noch etwas Arbeit unter Linux, um den Installations- und Deinstallationsprozess besser zu gestalten.

Ein weiteres Problem was mir aufgefallen ist, dass das Spiel die absolute Kontrolle über die Eingabemedien an sich reißt. Tastatur und Mauseingaben werden nicht an den Fenstermanager durchgereicht. Somit gibt es keinerlei Möglichkeit aus dem Spiel rauszutabben. Bei Penumbra Overture, das recht viel zu Lesen mitbringt hat sich nach fünf Minuten Untätigkeit der Bildschirmschoner aktiviert. Danach war das Spiel in den Fenstermodus gewechselt, allerdings hat weder das Spiel, noch der Fenstermanager auf Eingaben reagiert. Ich musste in eine Systemkonsole wechseln und meine gesamte Desktopumgebung neu starten. Dies ist absolut nicht hinnehmbar. Raustabben ist für mich ein absolutes Kriterium wenn es um Spiele geht, hier hat Linux noch gewaltig nachzubessern.

Noch eine Kleinigkeit die mir aufgefallen ist, dass Benachrichtigungskästchen, wie bei neuen Jabber Nachrichten, im Spiel zu sehen sind. Dies hat keinerlei Leistungseinbußen zu folge, es stört einfach nur.

Fazit: Spielen unter Linux hat noch einiges aufzuholen im Vergleich zu Windows.

Wochenrückblick 2010-05-08

Mein erstes (bzw eigentlich zweites) Mobiltelefon ist das größte was man überhaupt kriegen kann: Das N900. Eigentlich mehr ein Internet Tablet. Das N900 läuft mit Maemo Linux und bietet daher nahezu unbegrenzte Möglichkeiten. Es wäre mir auch möglich recht einfach Debian zu installieren oder andere Werkzeuge die es möglich machen WLAN Netzwerke zu knacken.

Im Prinzip hatte ich die Wahl zwischen dem extrem geschlossenen iPhone, dem auf Java basierenden Android, Windows Mobile und Symbian. Bei der Auswahl fiel die Entscheidung für das N900 nicht schwer.

Und ich habe bereits Erfolge damit zu vermelden die ich auf anderen Plattformen möglicherweise nicht erreicht hätte. Ich habe es nach langem hin und her geschafft über das extrem restriktive FH WLAN einen OpenVPN Tunnel aufzubauen um dadurch Dienste wie SIP, und IM auf dem N900 und IRC auf meinem Laptop zum Laufen zu kriegen.


Dabei gab es folgende Probleme zu lösen, die ich kurz darstellen will. Erstens erlaubt das FH Netzwerk generell keine ausgehenden UDP Verbindungen, die OpenVPN standardmäßig verwendet. Also musste eine TCP Verbindung her. Und das am besten auch über einen wohlbekannten Port. Da ich auf meinem Server kein FTP Verwende, habe ich den 20-er TCP Port für VPN verwendet. Verbindungsaufbau funktioniert, sonst nichts. Nach wirklich langer rumprobiererei ist mir dann das Problem aufgefallen. Der von der FH Verwendete DNS Server ist in einem anderen Subnetz als der Laptop im WLAN. Dies bedeutet, dass die Verbindung zum DNS Server auch über den VPN getunnelt wird, vergeblich, denn die Interne IP ist über den Tunnel logischerweise nicht verfügbar. Dies zu beheben war kein großes Problem. In den Einstellungen des VPN Servers wurde eingestellt, dass es die IP eines erreichbaren DNS Servers beim Verbindungsaufbau an den Client überträgt.

Funktioniert am Laptop wunderbar, am N900 nicht. Das N900 hat einen integrierten DNS Server. Dieser muss über ein up/down Skript in der VPN Client Konfiguration ausgeschaltet und gegen den über den Tunnel bezogenen DNS Server ausgetauscht werden.

Nun konnte ich also in einem fremden Land, in einem restriktiven WLAN über meinen Tunnel Festnetzgespräche über meine deutsche Festnetznummer führen. Ziel erreicht. Über welches andere Mobiltelefon Betriebssystem ist so etwas noch möglich?


Ansonsten läuft es mit meiner Bachelorarbeit gut, ich werde noch letzte Korrekturen anbringen und diese am Dienstag fix abschicken, danach wartet ein langer Urlaub in Siebenbürgen auf mich.


Im Juli werde ich außerdem nach Kanada fliegen auf den Mozilla Summit. Anschließend werde ich einige Wochen Kanada erkunden. Wenn ich eh schon da bin bietet sich das an.

Wochenrückblick 2010-04-09

Ich habe am Wochenende meinen Laptop auf die aktuelle Lucid Beta aktualisiert. Verlief fast reibungslos. Nun startet er rund 20 Sekunden schneller, siehe Bootchart. Dennoch ist in der Disziplin noch viel zu machen.

Ich habe mich auch für das diesjährige Google Summer of Code beworben. Ich würde gerne einen Cairo State Tracker für Gallium3D schreiben. Damit werden Cairo Befehle direkt auf Gallium3D Shader umgeschrieben, die dann im weiteren Schritt vom Hardware Backend auf der Hardware ausgeführt werden. Ist extrem kompliziert und herausfordernd. Ich hoffe ich packe es ;)

Bachelorarbeit und Praktikumsbericht gehen gut voran.

Tagesrückblick 2010-03-29

Habe mein vServer Paket hochgestuft, nun steht mir vier mal so viel Hauptspeicher zur Verfügung. Habe ein dist-upgrade auf die Lucid Beta versucht, ohne Erfolg. vServer neu installiert mit Hardy. Backups über rsync einspielen, Software auf Server installieren.

dWing wollte anfangs nicht. Update auf die aktuelle Entwicklungsversion. Bug behoben, dass bei fehlgeschlagener SQL Verbindung das Passwort im Stack Trace angezeigt wurde.

Die OpenID Bibliothek hat viel Stress verursacht. Im Endeffekt hat das php5-gmp Paket gefehlt. Die Bibliothek sagt allerdings nichts und produziert einfach falsche Ergebnisse. Viel Zeit mit der Lösungssuche verloren, geht nun.

Die Bibliothek selbst hat dringend eine Neuprogrammierung von null auf nötig.

Server bietet nun 160 Zugriffe/Sekunde, 530 für einfache Seiten.

Backups mit btrfs und rsync

Seit langer Zeit wollte ich schon, das Linux Dateisystem der nächsten Generation ausprobieren, nun habe ich es endlich gemacht. Die Rede ist von Btrfs. Ich habe mir also auf meiner externen auf einer Truecrypt verschlüsselten ext3 Partition einen 20G Container erzeugt und dieses per losetup eingebunden. Die Erzeugung des btrfs Dateisystems war blitzschnell. Dieses habe ich dann mit der compress Option eingebunden. Nachdem ich dann ein Subvolume erstellt hatte, habe ich ein altes Backup nach dem anderen per rsync in diesen Ordner geladen und danach jeweils einen Schnappschuss erstellt. Dank der copy-on-write Struktur von btrfs sind Schnappschüsse Sekundenschnell erstellt und verbrauchen keinen zusätzlichen Speicherplatz. Durch rsync dauert der Kopiervorgang auch nicht ganz so lang. Es werden nur geänderte Dateien kopiert. Leider ist der langsame Part allerdings das auflisten von zehntausenden kleinsten Dateien in zig Ordnern, bei dem selbst rsync nicht helfen kann.

Durch copy-on-write, Schnappschüsse und transparente Kompression kann ich an die 24G auf einem 9G btrfs Dateisystem speichern.

Die Geschwindigkeit ist akzeptabel, auch wenn sie unter der Schachtelung im losetup, ext3 und truecrypt leidet. Es wäre an der Zeit das Dateisystem auch auf einer echten Partition mal auszuprobieren. Leider unterstützt es noch keine transparente Kompression. Dies wäre sicherlich noch ein Killerfeature. Ich kann mir grad nicht vorstellen, wie man vor allem den eingebetteten Volume Manager mit Verschlüsselung zum Laufen kriegen sollte.

Auch ist es mir schon direkt aufgefallen, dass ich mit dem 31-er Kernel noch keine Schnappschüsse oder Subvolumes löschen kann. Da werde ich noch eine Zeit drauf warten müssen. Ich bin auch sehr gespannt wann btrfs bei der Installation von Ubuntu angeboten wird. Meine bisherigen Versuche eine VM nach Installation zu konvertieren sind leider fehlgeschlagen.

Alles in allem ist btrfs allerdings seinem Ruf gewachsen, das Linux Dateisystem der nächsten Generation zu sein. Ich freue mich drauf.


older posts