dWing — die Welt ist nicht gerecht

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Wochenrückblick 2010-02-01

The Hunt for Red October fertig gelesen. Spannendes Buch. Die Kommunismus ist scheiße, Kapitalismus ist toll Propaganda nervt etwas. Nächste Bettliteratur: Siddhartha.

Colin McRae: Dirt2 fast durch. Aktuell mit Freunden am Battlefield Bad Company 2 Beta spielen. Sehr ruckelig auf meinem Laptop. Das Spiel an sich macht Spaß.

Den quelloffenen Film Valkaama geschaut, etwas Geld dafür gespendet. Finde die Idee von freien quelloffenen Filmen super.

Heute der letzte Tag des Semesters, die letzte Klausur steht bevor. Sollte einfach sein.

Gelernte Hilflosigkeit

Vor einiger Zeit bin ich beim Wiki lesen auf zwei interessante psychologische Phänomene gestoßen und habe deren Eigenschaften gleich mit mir selbst verglichen. Erlernte Hilflosigkeit und Liebes-Schüchternheit. Die Liebes-Schüchternheit beschreibt, dass einige Männer unfähig sind eine Liebesbeziehung einzugehen. Es hängt damit zusammen, dass in der Gesellschaft die Männer dazu gezwungen sind die aktive Rolle zu übernehmen. Frauen mit solch einer Schüchternheit haben dagegen keine Probleme, denn sie müssen selbst nicht aktiv werden. Ich erkenne eine große Übereinstimmung mit mir selbst, auch wenn einige Punkte absolut nicht zustimmen.

Die erlernte Hilflosigkeit beschreibe ich am besten am Beispiel des Schülers. Dieser lernt durch eigene Erfahrung, dass sein Lerneinsatz nicht mit dem Ergebnis der Prüfungen korreliert. Er ist dabei hilflos der Willkür des Lehrers ausgesetzt und kann selbst die Notengebung nicht beeinflussen. Dies führt dazu, dass er auch in Zukunft keinerlei Anstrengungen leisten wird um die Situation zu beeinflussen, schließlich ist er ihr ja hilflos ausgeliefert. Dieses Phänomen trifft auf mich leider sehr zu. Sogar noch mehr, denn es beschränkt sich bei mir nicht auf bestimmte Gebiete sondern auf das ganze Leben. Wenn ich durch eigene Erfahrung zu dem Schluss komme, dass ich Glück im Leben nicht erreichen kann, egal wie sehr ich mich anstrenge so gebe ich jegliche Anstrengung auf. Schließlich ist das Glück des Menschen im Plan der Schöpfung nicht vorgesehen (Freud?). Wir wurden ins Leben geworfen und sind diesem hilflos ausgeliefert (Nietzsche?).

An sich sind dies ja keine guten Grundsätze fürs Leben. Wenn es für mich kein Glück im Leben gibt dann brauche ich auch nicht leben. In letzter Zeit bin ich sowieso des Lebens sehr müde.

So viel zur Selbstdiagnose. Für eine Selbsttherapie fehlen mir aber jegliche Ideen.

Tagesrückblick 2010-01-26

Ich habe mir vorgenommen etwas öfter zu bloggen. Möglicherweise im Stil kleiner Tagesrückblicke.

Ich habe den ersten Schritt gemacht und habe gelernt wie in Mozilla ein neues CSS Property definiert wird. Es war komplizierter als ich dachte. Die Teile für den Parser und die DOM Unterstützung sind getrennt aber auch darüber hinaus gibt es sehr viele Dateien in denen man etwas rumwerkeln muss. Leider fehlt mir jetzt die Motivation die nächsten Schritte auch zu tun.

Ich bin auf das LuxRender Wiki gestoßen. Dort werden Erfahrungen mit OpenCL im Bezug zu Path Tracing gesammelt. Intel arbeitet ja seit langer Zeit an spielefähigem Ray Tracing. Dafür OpenCL und somit die Grafikkarte zu nutzen liegt sehr nahe. Scheinbar kann man damit auch sehr gute Ergebnisse erzielen.

Über Umwege bin ich dann zu einem kleinen Tutorial gelangt, wie man Schrittweise die Größe von Linux Executables verkleinert. Ein simples C Programm wird von ~4K auf 45B geschrupft. Es ist zwar keine valide ELF Datei mehr, aber wird trotzdem von Linux ausgeführt. Sehr interessant zu lesen, auch wenn es keine praktische Bedeutung hat.

In letzter Zeit spiele ich immer mehr Team Fortress 2. Um mich zu entspannen und vom Leben abzulenken. Aber es lädt extrem lange und hängt dabei auch noch das gesamte Betriebssystem auf. Experimente im Fenstermodus und mit dem Windows Resource Monitor haben gezeigt, dass die Festplatte für einige Zeit zwar voll ausgelastet ist, aber keine Daten liefert. Für den Steam Prozess werden über 10 Sekunden bei der Reaktionszeit einiger Lesezugriffe angezeigt. Ist auch logisch, dass während dieser Zeit keine anderen Daten gelesen werden können und somit keine neuen Prozesse wie beispielsweise der STRG+ALT+ENTF Prozess gestartet werden können. Der Verdacht liegt nahe, dass etwas mit der Laptop Festplatte nicht stimmt. Unter Linux zeigt es mir bereits seit längerer Zeit einen Fehlerhaften Sektor an. Da heißt es demnächst nochmal Backup machen.

Die Kombination aus Steam und TF2 ist außerdem absolut ineffizient. Steam selbst braucht 80M und TF2 in Fenstermodus mit niedrigsten Grafikeinstellungen 600M. Auf hohen Einstellungen frisst es 1G. Die Grafik läuft flüssig aber da das OS viel swapt hat man merkbare Hänger drin. Sowieso ist es komisch, dass die TF2 Content Dateien von Steam gelesen werden und danach einige vom TF2 Prozess wieder auf die Festplatte geschrieben werden. Das Digitale Rechte Management von Steam schlägt da enorm auf die Ladezeit und Effizienz. Ich wünschte mir, dass 64bit bei Spielen endlich Einzug hält und die Spielinhalte mit mmap() in den Adressraum abgebildet werden. Somit würde das Spiel weniger RAM verbrauchen und das Betriebssystem könnte den Page-Cache effizienter verwalten.

Freie Video Formate und Idealismus

Die letzte Woche ist ein sehr positiver Trend zu erkennen. Sowohl Youtube als auch Vimeo stellen auf HTML5 <video> um. Somit sind die Tage von Flash hoffentlich gezählt.

Was allerdings bei beiden Diensten negativ auffällt ist die Fixierung auf H264. An sich ist es ein super Codec der qualitativ hochwertige und hochauflösende Inhalte bietet. Einen nachteil hat er allerdings: Der Codec verwendet patentierte Technologie. Dies ist auch der Grund warum Mozilla ihn nicht einsetzen will.

Robert O'Callahan erläutert die Gründe nochmals im Detail. Die Lizenzen für H264 sehen nicht nur Abgaben für Softwarehersteller wie Mozilla vor, die De- und Encoder entwickeln. Weiterhin sollen auch die Ausstrahlung mit einer Gebühr belegt werden.

Angesichts dessen ist es für mich noch weniger verständlich wieso Video Portale auf H264 setzen, wenn sie für die Ausstrahlung solcher Videos gebühren bezahlen müssen. Die Lizenzpolitik der MPEG-LA ist darüberhinaus sehr verwirrend und ändert sich Anfang nächsten Jahres grundlegend.


Besonders gefallen hat mir an Rocs Eintrag, dass Mozilla als Idealist hervorgehoben wird, dem die Freiheit des Web und dessen Benutzer am Herzen liegt. Noch ein Grund mehr, dass ich die Zweifel an mir selbst endlich überwinden muss und doch diese Richtung einschlagen sollte.

Die Kontakt- bzw. Rekrutierungsmesse an der FH am Donnerstag war interessant. Ich konnte einige technische Diskussionen mit Firmenvertretern führen. Alle samt waren sie daran interessiert technisch hochwertige Software zu schreiben und sagten, dass sie mitdenkende Mitarbeiter eher wünschen als welche die nur nach Befehlen handeln. Dennoch habe ich bei keinem der anwesenden Unternehmen eine Art Idealismus verspürt die (Software-)Welt in Richtung mehr Freiheit zu verändern.

Mein fünftes Semester dauert noch vier Tage lang, es stehen mir noch einige Klausuren bevor. Ich bin froh wenn es endlich vorbei ist. Leider habe ich größtenteils schlechte Gefühle wenn ich an mein bevorstehendes Praktikum denke.

Zum Thema wissenschaftliches Arbeiten

Gäbe es zur Evolutionstheorie keine publizierte Literatur würde die Wissenschaft immer noch an die Schöpfungsgeschichte aus der Bibel glauben

Ich empfehle auch einen weiteren interessanten Artikel. Leider ist alles was dort steht sowieso nicht wahr, denn es wurde ja nicht publiziert. Schade dass dieses Verlagsoligopol darüber entscheidet wie sich das Wissen entwickelt und in welche Richtung.


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